Samstag, 29. September 2007

…und schon wieder eine Spinne in meinem Bett

Als ob das nicht schlimm genug wäre muss ich auch noch feststellen, dass es sich hierbei um eine der gefährlichsten Spinnen Australiens handelt – REDBACK SPIDER

So – da standen wir nun: Redback taumelt völlig verwirrt und etwas unbeholfen auf unserem 2cm hohen Teppich im Kreis herum, und ich – ganz allein im Haus und geschwächt vom Krippevirus.

Drehen wir die Uhr nur ein paar Minuten zurück: Nachdem mich André aus meinem „Mach-Mich-Wieder-Fit-Schlaf“ geweckt hat, um zu fragen, wie es mir geht… stand ich auf und wollte das Handtuch aufheben, dass wir immer auf der Fensterbank über dem Bett liegen haben damit es nicht so zieht (schließlich haben wir hier nur Einfachverglasung und von einer ordentlichen Silikonfuge haben die Australier auch noch nichts gehört.) Naja, das Handtuch war jedenfalls heute Morgen beim Lüften heruntergefallen. Und jetzt als ich es aufhob, kullerte etwas anderes an meinem Körper herunter zurück auf den Boden.

Mein erster Gedanke: „Nicht schon wieder eine Spinne.“
Mein zweiter Gedanke: „Ich bin ALLEIN“ Keiner hier, der mir diese achtbeinige Kreatur wegmacht.
Mein dritter Gedanke: „Ich glaub’s nicht – eine REDBACK Spinne!“ Da der leuchtend rote Streifen am
Rücken nicht zu übersehen war.
“Die will André bestimmt noch gerne lebendig sehen – dann heb ich sie ihm halt auf“
Ohne noch weitere Sekunden zu verschwenden, schnappte ich mir mein Glas auf dem Nachtischschränkchen, trank es auf ex leer und schwup – stülpte es über Redback.

Jetzt traute auch ich mich zur näheren Beobachtung auf den Boden zurück… Was für ein Glück, dass ich ein Glas zur Hand hatte und keine Tasse, wo man nicht durchgucken kann.
Dann griff ich sofort zum Telefonhörer und berichtete André von meiner „tollen“ Entdeckung. Der, völlig aus dem Häuschen und auch im Hintergrund kann ich den Arbeitskollegen lachen hören, sagt: „Irre, da freue ich mich, wenn ich nach Hause komme. Pass auf, dass sie nicht erstickt.“

-Und ob ich aufpasse: Habe gleich nochmal feste aufs Glas gedrückt, so dass Redback nicht auf den Gedanken kommt ihre Flucht durch den hohen Teppich zu versuchen.

Ich glaube sie lebt noch. Bin bestimmt schon zwanzig Mal wieder zurück zum Schlafzimmer gelaufen während ich diesen Blog schreibe, nur um mich zu vergewissern, dass sie nicht entwischt ist.

Habe auch gleich im Internet nachgesehen, was man alles über die Redback Spinne wissen sollte. Wollte eigentlich nur wissen wie lange ich noch zu Leben gehabt hätte, falls Redback sich die Nacht zuvor schon überlegt hätte sich auf mich abzuseilen.

Lest selbst die Auszüg inklusive meiner Kommentare:

Redback-Spinne (Latrodectus hasselti)

  • Die Redback-Spinne gehört zu den Witwen-Arten (Latrodectus). Diese Gattung wiederum zählt zu den Kugelspinnen (Theridiidae). Kennzeichnend für sie ist der große Hinterleib, der an eine Kugel erinnert.
  • Die Heimat der "Latrodectus hasselti" ist ursprünglich Australien. Es gibt sie jedoch auch in Neuseeland und Japan.
  • Ihre Grundfärbung ist schwarzbraun, und auf dem Hinterleib hat sie einen roten Längsstreifen, der ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist. Die Männchen unterscheiden sich mit ihrer eher blassen, braunen bis dunkelbraunen Färbung von den Weibchen.
  • Die männlichen Tiere sind kleiner als die weiblichen: Weibchen können eine Größe von 2 cm erreichen, (-> cool, wir haben hier also ein ausgewachsenes Weibchen) Männchen hingegen werden nur ca. 0,5 cm groß.
  • Diese Spinne gehört zu den giftigen Arten, wobei Vergiftungen ausschließlich durch die Weibchen verursacht werden. (klasse, nun da wir geklärt haben, dass wir ein Weibchen vorliegen haben, steigt mein Adrenalinspiegel gleich wieder) Ihr Gattungsname "Latrodectus" kann mit "geheimer Beißer" übersetzt werden. (wie romantisch!) Ihr Biss bleibt - bevor erste Vergiftungssymptome auftreten - oft unbemerkt. (Ich lass mich sofort von André von Kopf bis Fuß untersuchen, wenn er heim kommt) Diese Schwarze Witwe ist nicht aggressiv. (Jetzt bin ich aber beruhigt) Sie beißt nur zu, wenn sie beim Bewachen ihres Geleges gestört wird oder sich bedroht fühlt. (Ob sie wohl weiß, dass es sich dabei um MEIN Bett handelt???!!!)
  • Die Redback ist ein ausgesprochener Kulturfolger, denn sie spinnt ihre Netze gerne in Menschennähe - zum Beispiel in Häusern, Schuppen und Garagen. (Wie nett!) Leider trifft man sie auch in Toilettenhäusern, wo die Spinnen gerne unter der Brille sitzen. So nah beim Menschen, kann es dann auch zu Unfällen mit den giftigen Spinnen kommen. (Na da bin ich aber froh, dass ich sie nur in meinem Bett vorgefunden habe…)

  • Die Rotrückenspinne (redback spider) hält den Rekord für die gefährlichsten Bisse in Australien.

    Symptome:
  • Schwitzen, Kopfschmerz, Übelkeit. (Nur fürs Protokoll: Meine Symptome weisen auf einen stink normalen Krippe-Virus hin…wobei, wenn ich länger drüber nachdenke, Kopfschmerzen habe ich schon…)

    Erste Hilfe:
  • Ruhe bewahren, weil die Auswirkungen des Bisses erst nach Stunden oder Tagen auftreten und es ausreichend Zeit gibt ein Krankenhaus zu erreichen. Auch sollte der Patient ruhig gestellt werden. Beengende Kleidung sollte ausgezogen und der Patient warm und bequem gelagert werden. Ein Eisbeutel kann die Schmerzen lindern (Das Eis niemals direkt auf die Wunde legen!). Die Stelle der Wunde niemals erhöht lagern. Die Wunde nicht ausdrücken, aussaugen oder kratzen. Keine Getränke verabreichen. Sie beschleunigen den Transport des Giftes. Keinen Druckverband anlegen, da dieser nur die Schmerzen des Patienten verschlimmert und diese Maßnahme wegen der geringen Menge des langsam sich verteilenden Giftes nicht nötig ist.


Soviel zu unseren ersten Erfahrungen mit den Gefahren Australiens!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh man! Da ist mir die gemeine Hausspinne doch lieber! Habt jetzt wohl ein neues Haustierchen, wa?! :-) - immer schön füttern*g*

Anonym hat gesagt…

Iiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhhhhhhhhhh...

Unknown hat gesagt…

Uahhh! Respekt, die sieht ja wirklich gefährlich aus!!! Früher oder später musste es ja soweit kommen mit eurer ersten echten Redback - nur gut, dass es so "harmlos" abgelaufen ist, also ohne direkten Kontakt ;-))
Wohnt die Redback jetzt auch bei euch, oder hat sie ihr Visum nicht bekommen?
:-)

Teresa und Andre hat gesagt…

TERESA said:
Sorry, RedBack hat nur ein OUTSIDER-Visum, daher haben wir sie dann auch nach der Fotosession wieder dorthin befoerdert. Habe mich in den zwei Stunden ein wenig mit ihr angefreundet. Konnte Sie einfach nicht mehr platt machen lassen...

Uebrigens mein Arbeitskollege sagte nur: "I've heard that people don't die straight away?! Is that right?"
Das errinnert mich irgendwie an die Aussage der Rangerin im USA Grand Canyon NP, nachdem wir ihr von der 'Begegnung' mit der Klapperschlange erzaehlt haben: "Most people don't die! Just stay calm!"

Die "spinnen" doch die Aussies und Amies :)